Das Nationale Technische Museum hat seine Sitz – wie so viele landesweit bedeutsame andere Museen auch – in der Landeshauptstand und präsentiert seit seiner Gründung im Jahr 1908 eine mehr als 100-jährige Geschichte der Technik, der Naturwissenschaften und der Industrie.

In diesem Rahmen laden 14 Dauerausstellungen und mehrere temporäre Ausstellungen große wie kleine Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise ein. Wetten, dass es hier in technischer Hinsicht fast nichts gibt, was es nicht gibt?

Übersicht:

  • Die Geschichte des Museums
  • Was gibt es zu sehen?
  • Adresse, Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die Geschichte des Museums

Bevor das Museum in der Nähe des Letná-Parks 1910 seine Pforten für die Besucher öffnete, leisteten bereits viele, durchaus auch bekannte Personen, wichtige Vorbeiträge.
Erwähnenswert sind dabei vor allem Kaiser Rudolf II., die Jesuiten mit der Gründung des Museums Mathematicum im Jahr 1722 und Vojta Náprstek, der 1873 das tschechische Industriemuseum eröffnete.

Zudem spielte die Allgemeine Landesjubiläumsausstellung 1891 eine wesentliche Rolle, da die übrig gebliebenen und weiterhin ausgestellten Exponate dazu anregten, einen Museumsausschuss für ein Museum der Erfindungen zu gründen.

1908 gab eine Fachausstellung der Gewerbekammer dann den fachlichen Startschuss für die Einrichtung des Nationalen Technischen Museums und die TU-Professoren brachten das Ganze formal ebenfalls noch im selben Jahre unter Dach und Fach – wobei das Museum damals noch Technisches Museum des Königreich Böhmen hieß.

Ab 1910 war es dann soweit, dass die Besucher die diversen Ausstellungen begutachten konnten Maschinen aus den Branchen der Glas-, Wasser-, Luftfahrt-, Textil und Zuckerindustrie, aber auch solche aus Architektur, Verkehr und Geodäsie ermöglichten es einem größeren Publikum, in die bereits bestehenden, aber auch kommenden technischen Welten einzutauchen.

Nachdem das Museum im Laufe der Jahre immer beliebter wurde und immer weiter wuchs, entstand zwischen 1938 und 1941 das aktuelle Museumsgebäude.

Dieses verfügt über eine offene U-Form mit einer Hauptfassade, die Richtung Letná-Park weist.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Haupthalle mit Maßen von 70 m Länge, 25 m Breite und 14 m Höhe, in der drei Galerien Ausstellungsstücken wie Flugzeugen, Lokomotiven und Autos aus dem Bereich Verkehr genügend Platz bieten.

Doch die Freude über das neue Gebäude währte nicht lange, denn im Zuge der deutschen Besetzung wurde das Gebäude vom Postministerium besetzt und die Gesellschaft für das Technische Museum musste ihre Räumlichkeiten im Palais Schwarzenberg ebenfalls räumen.

Die Sammlungen deponierte man in dieser Zeit in Invalidovna in Karlín. Bis 2002 blieb der architektonische Teil der Sammlung dort – dann ereignete sich allerdings eine große Flutkatastrophe, die 250.000 Pläne, Projekte und Studien von 200 Bauten sowie alle Pläne von

Jan Kotěra, Josef Gočár und Josef Zítek vernichtete.

Nach der Wende durfte das Museum wieder in sein „altes“ Gebäude einziehen, das ab September 2006 komplett renoviert wurde und seit dem 15.2.2011 wieder für Besucher geöffnet hat.

Was gibt es zu sehen?

Insgesamt beträgt die Größe der Museumssammlung 50.000 Inventar-Einheiten; ein gutes Zehntel davon, also immerhin 10.000 Stücke, sind auch für Besucher zugänglich.

Dazu zählen unter anderem:

  • die Instrumente von Tycho Brahe und Johannes Kepler,
  • das erste tschechische Auto, der älteste erhaltene Bugatti,
  • der von Pferden gezogene Feuerwehrwagen, mit dessen Hilfe die Feuerwehr das brennende Nationaltheater 1795 löschten.
  • Der Eisenbahn-Salonwagen von Kaiser Franz Joseph und den Präsidenten T. G. Masaryk sowie
  • die Taurus-Schreibmaschine, die kleinste Schreibmaschine der Welt, die nur so groß wie eine Taschenuhr ist.

Die aktuelle Dauerausstellung begann am 1. Januar 2014 und reicht bis zum 31. Dezember 2017.

Hier ein kleiner Überblick:

Im Bereich Architektur, Bauwesen und Design geht es um die wichtigsten böhmischen Bauwerke zwischen 1860 und 1989, während sich die Technik von ihrer interaktiven Seite zeigt und beispielsweise viele Experimente in den Bereichen Ballistik oder Daktyloskopie ermöglicht.

Richtige Sternstunden erlebt man in der Astronomie-Ausstellung – und wer anschließend die Zeit still stehen lassen möchte, kann sich im Bereich Zeitmessung mit der technischen Entwicklung der Chronometrie und dem tschechischen Uhrmacherwesen vertraut machen.

Um das Hüttenwesen / Metalle und den Weg der Zivilisation dreht sich ein weiterer Ausstellungsbereich – doch auch in puncto Bergbau wird es spannend, wenn man durch das 350 m² große Modell eines Erz- und Kohlestollens aus den 1950er Jahren läuft.

Mit eine Faible für Autos, Motor- oder Fahrräder, Flugzeuge, Schiffe, Eisenbahnen und Feuerwehrtechnik ist man in der Transport-Ausstellung bestens aufgehoben.
Etwas kleiner, aber dafür nicht weniger interessant geht es hingegen bei der Technik im Haushalt zu.

Und was wäre ein Haushalt ohne Bücher? Sicherlich nicht dasselbe… Wie gut, dass es da die Buchdruckerei und ihre Ausstellung gibt, in der man die wichtigsten Drucktechnologien von Anbeginn des Buchdrucks bis zum heutigen Zeitpunkt kennen lernt.

Ähnliches gilt für die Fotografie und die Interkamera / Raum, Farbe und Bewegung. Hierbei spielt die (technische) Entwicklung der Fotografie eine ebenso große Rolle wie die historische und Zeitgenössische Raumfotografie.

Apropos Bewegung: Von der Fotografie aus ist es nicht mehr weit bis zu Film und Fernsehen – so ist es nur logisch, dass man sich bei einer Führung durch ein Fernsehstudio mit dessen technischen Besonderheiten vertraut machen kann.

Und, last but not least: Die Chemie. Welche Rolle spielt sie für unseren Alltag und wie arbeitet(e) an in Laboratorien?

Kurz gesagt: Es gibt viel zu sehen, also Augen auf und los!

Adresse, Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die Adresse des Nationalen Technischen Museums lautet Kostelní 42, Praha 7 – Holešovice, 170 00.

Es öffnet von Dienstag bis Freitag zwischen 9.00 und 17.30 Uhr und an den Wochenende zwischen 10.00 und 18.00 Uhr.

Der Grundpreis liegt beim Eintritt bei 190 Kč für einen Erwachsenen; der ermäßigte Eintritt beträgt 90 Kč und der Preis für Familien 420 Kč.

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